Rottum aß - Die Musikkapelle Rottum hat am Sonntagabend in der Gemeindehalle Rottum ein gefälliges Konzert gegeben. Dirigent Josef Ege hatte nach drei Monaten Dirigententätigkeit Konzertpremiere.

Als der neue Dirigent die Bühne betrat, wurde er vom Publikum und den Musikern mit Applaus begrüßt. Mit der musikalisch reizvollen Komposition „Bergwind“ (Mountain Wind), vom Tiroler Martin Scharnagel, eröffnete Josef Ege seinen Premiereauftritt. Tanja Gaum gab Erläuterungen zu den Stücken und den Komponisten. „Bergwind“ bot den Zuhörern schöne Melodien und eine berührende Atmosphäre.

Gegen Ende erklingt der auflebende Bergwind noch einmal kurz in einem Maestoso. In Kurt Gäbles „Lichtblicke“ zeugen fanfarenartige Klänge des hohen Blechs für monumentale Augenblicke, heftiger Paukendonner für Spannung und Dramatik und zarte Einsätze des Holzregisters für Emotionen. Hubert Besserer war vor der Taktstockübernahme von Josef Ege Interimsdirigent, erklärte Ansagerin Tanja Gaum. Besserer dirigierte danach „Concerto D’Amore“ (Jacob de Haan), das die Genres Barock, Pop und Jazz verbindet. Mit Spielfreude interpretierten die Musiker dabei musikalisch eine große Bandbreite von Gefühlen, von freudig bis aufgeregt und von melancholisch bis sehnsüchtig, Mit „Italo Pop Classics“ (Erwin Jahreis) vollzog der ruhig und konzentriert leitende Josef Ege einen Stilwechsel und zauberte mit der 43-köpfigen Blaskapelle musikalisch einen Hauch von Sommer, Sonne, Strand und Meer in die Halle. Im Medley enthalten sind die bekannten Titel „Sarà perché ti amo“ (Ricchi e Poveri), „Azzuro“ (Adriano Celentano) und „Gloria“ (Umberto Tozzi). Nach „Nineteen-Fifty-Eight“ (1958) von Kurt Gäble ging es in die Pause.

Der Konzertmarsch „Salemonia“ (Kurt Gäble) war unterlegt mit exaktem Glockenspiel. Danach wurden verdiente Mitglieder vom Blasmusikkreisverband Biberach geehrt. Als Hommage an den vor drei Jahren verstorbenen Niederländer Kees Vlak, intonierte das Orchester die „Celebration Overture“. Dieses Stück sei Bestandteil des Probedirigats von Ege gewesen, verriet Tanja Gaum. Kees Vlak wolle mit der brillanten Ouvertüre das zweite Jahrtausend verabschieden und das dritte willkommen heißen, so die Ansagerin.

Mit dem Kirchenlied „Macht hoch die Tür“, von den Besuchern mitgesungen und dem Weihnachtslieder-Medley „Happy Christmas“ wollte sich das Ensemble verabschieden. Mit lang anhaltendem Applaus erklatschten sich die rund 240 Besucher mit „Cinderella’s Dance“ aus dem Märchenfilm „Drei Nüsse für Aschenbrödel“, eine Zugabe.

Vorstand Gregor Silvers dankte in seinem Schlusswort den Akteuren für den guten Probenbesuch. An Josef Ege gewandt sagte er, er habe es verstanden, die Musiker mit seiner menschlich, herzlichen Art zu motivieren. Mit der Programmauswahl ist es Josef Ege gelungen, wirkungsvolle Stücke zu präsentieren, die ein Höchstmaß an klanglichem Effekt hervorbrachten und die Akteure virtuos nie überforderten. Ansprechende Vorträge, konzertante und mitreißende Melodien, haben die Besucher vollauf zufriedengestellt. Und: Josef Ege ist ein guter Einstieg gelungen.

Schwäbische Zeitung online, 18.12.2017