Die Musikerinnen und Musiker des Musikvereins Rottum e. V. (MVR) zeigten sich am letzten Adventssamstag ebenso über den hohen Besucherandrang überwältigt, wie der Vorsitzende Peter Buck, der deshalb erst verspätet die Begrüßung der Gäste vornehmen konnte. Nachdem die Nachwuchsmusiker der Gemeindejugendkapelle Steinhausen-Bellamont-Rottum auf der Bühne ihren Platz einnahmen, begrüßte der Vorsitzende besonders die Ehrengäste unter denen der noch amtierende Bürgermeister Leonhard Heine und der zukünftige Bürgermeister Dr. Hans-Peter Reck genannt wurde. Dr. Reck hätte laut Peter Buck als zukünftiger Schirmherr das erste Mal die exklusive Gelegenheit, das Ergebnis der Arbeit und des Fleißes seiner Gemeindejugendkapelle zu hören.

Unter der Leitung von Roland Merk gaben die Jungmusiker mit „Heal the World“, das bekannte Stück von Michael Jackson, mit Bravour den Konzertauftakt. Dirty Dancing und dessen Erfolge, dürften jedem in Erinnerung sein. Aber zuvor wurde schon der Tanzfilm „Flashdance“ 1984 mit zahlreichen Auszeichnungen wie zum Beispiel einem Oscar oder dem Grammy bedacht. Den Titelsong zum Film „What a feeling“ präsentierten die jungen Musikerinnen und Musiker ebenso oscarreif wie „Rock von der Küste“ von Santiano, mit dem die Jugendkapelle an ihr Programmende gelangte. Nach tosendem Applaus des Publikums folgte vor der Umbaupause „The Sound of Silence“ von Simon und Garfunkel. Mit dem anschließenden besonderen Gruß an den Mitbegründer und ersten Schirmherr der Gemeindejugendkapelle, Bürgermeister a. D. Heinz Rieger, verriet der Vorsitzende, dass sogar eine dritte Person in der Halle anwesend war, die mit dem Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Steinhausen verbunden war.

Den Auftakt zum zweiten Teil gab im Anschluss der Musikverein Rottum unter der Leitung von Josef Ege. Mit dem schmissigen und dynamisch sehr anspruchsvollen Marsch, Kometenflug, von Alexander Pfluger, stellte die Ansagerin Stefanie Göppel passend den Bezug zum Weihnachtsstern her.  Mitgerissen wurde das Publikum mit „Free World Fantasy“ von Jacob de Haan, der mit seiner Komposition den Traum einer Welt ohne Krieg symbolisiert. Tonsicher und rhythmisch genau folgten die Musiker der Interpretation des Musikstückes und dem Dirigat von Josef Ege.

Im Anschluss rockten nicht nur die Akteure auf der Bühne beim Arragement von Paul Murtha. Auch das Publikum bewegte sich rhythmisch auf ihren Plätzen zu „Eighties Flashback“, ein Rockmix mit den Beispieltiteln „Eye of the Tiger“ oder „You give Love a bad Name“ aus den 80er Jahren. Schon während der Probenarbeit hatten die Musiker mit diesem Rockmix einen rießen Spass, was sich letztendlich im Konzert durch die genaue Artikulation in der unterschiedlichen Stilistik bemerkbar machte.

Eine ganz andere Art von Musik präsentierten die Blasmusikanten mit „Das Dorf in den Bergen“ von Martin Scharnagl. Musikalisch wurde ein idyllisch kleines Dorf im Alpenland beschrieben. Nun liegt zwar Rottum nicht in den Alpen, dennoch ließen die Interpreten eine gewisse Verbindung erkennen. Auch Kuhglocken, die durchaus beim Almabtrieb des Örtchens zum Einsatz kommen könnten, waren in das Stück mit eingebunden.

Wieder rockige Klänge folgten mit Music von John Miles. Die von R. Beck arrangierte, mal gefühlvolle und auch mal rockige Ballade aus den 70ern versetzte die Hörer erneut zurück in die Vergangenheit und riss sie beinahe von den Stühlen, was auch am Applaus deutlich wurde.

Danach folgte eine kurze Ehrungspause, bei der Markus Bitterwolf vom Blasmusik-Kreisverband Biberach Bettina Schad und Karin Wieland mit der Ehrennadel in Gold und Urkunde auszeichnete. Beide Musikerinnen würden sich nicht nur durch ihre Treue zur Musik, sondern auch durch ihr unermüdliches Arbeitsengagement auszeichnen, so Markus Bitterwolf. Im Anschluss verlieh er dem Kassier des Vereins, Jürgen Maierhans, die Fördermedaille in Silber mit Urkunde und hob mit seiner Laudatio hervor, dass Jürgen Maierhans seine Kasse so führe, wie es sich für einen Kassier gehöre. Mit vollem Einsatz halte er das Vereinsvermögen zusammen.

Eine besondere Ehre erteilte Peter Buck Karl Borner. Der sichtlich überraschte passive Beisitzer erhielt vom Verein die Fördermedaille in Gold mit Urkunde für seine 20-jährige Tätigkeit. Der Vorstand und alle aktiven Mitglieder auf der Bühne zollten dem geehrten für sein Engagement höchste Anerkennung.

Weiter ging es mit einem kurzzeitigen Wechsel des Dirigentenstabs. Mit „Psalm 148 – Erfreue Dich Himmel, erfreue Dich Erde“ von Alfred Bösendorfer leitete Hubert Besserer das Orchester souverän mit weihnachtlichen und klangvollen Harmonien.

Mit der Popballade Hallelujah von Leonard Cohen, welche von Michael Maucher mit viel Gefühl und Ausdruck gesungen wurde, beendeten die Musikerinnen und Musiker ihr angekündigtes Programm. Aber nicht nur der Sänger musste den begeisterten Zuhörern eine Zugabe bieten, sondern auch die Musiker des MVR. Dirigent Josef Ege nutzte zum Abschluss mit „You’ll be in my Heart“ von Phil Collins die Gelegenheit, seine Verbundenheit gegenüber seiner lieben Ehefrau, der Musik und dem Musikverein Rottum zu offenbaren und übergab ihr anerkennend einen schönen Blumenstrauß.